Neurofibrome entfernen – mit Skalpell, Laser oder Strom

Neurofibrome der Haut sind das typische Merkmal der Erkrankung. Im Gesicht treten die Tumoren bevorzugt um den Mund (perioral) und in der Nasen-Lippen-Region (nasolabiale Falte) auf, darüber hinaus auf der Stirn und im Wangenbereich. Für die operative Behandlung sind verschiedene Aspekte wesentlich, die im Folgenden getrennt aufgeführt werden und dennoch miteinander in Verbindung stehen.

Erscheinungsform des Tumors

Aus der Haut wachsende Tumoren, die bei einer schmalen Basis an der Haut sich zum kugeligen Tumor auswölben und somit "gestielt" wirken, führen nach der Entfernung in aller Regel zu einem sehr eindrucksvollen, guten Behandlungserfolg. Dagegen ist es bei Tumoren, die das Niveau der umgebenden, "normalen" Haut nur um 1 mm bis 2 mm überragen, für den Chirurgen schwieriger, ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen.

Größe und Ort des Neurofibroms

Entscheidend für die Einschätzung des operativen Erfolgs sind Größe und Lokalisation. Diese Faktoren bestimmen das Aussehen der verbleibenden Narbe und gegebenenfalls über die Notwendigkeit einer so genannten Verschiebeplastik zur Abdeckung des Defektortes. Die Lokalisation des Tumors entscheidet auch über die Narbenbildung nach einer Operation.

Entfernung des Tumors

Für die Entfernung stehen verschiedene Techniken zur Verfügung: Skalpell, Laser und Elektrokauterisierung. Das Skalpell (chirurgisches Messer) ist das älteste Instrument für die Entfernung von Neurofibromen. Der Vorzug des Skalpells ist die scharfe Durchtrennung der Haut. Dagegen kombinieren die beiden anderen Techniken – Laser und Elektrokauterisierung - mit dem Herausschneiden des Gewebes gleichzeitig den Gerinnungsvorgang des Wundbetts und damit die Blutstillung. Dies ist bei blutgefäßreichen Neurofibromen von Vorteil. Beide Techniken sind in der Hand des geübten Arztes für die Entfernung von kutanen Neurofibromen wertvoll und nutzbringend. Unter der Vielfalt der angebotenen Laser ist der CO2-Laser derzeit führend. Dessen scharf und ausreichend tief eindringendes Licht hat an der Haut eine schneidende Wirkung. Diese wird für die Behandlung kutaner Neurofibrome ausgenutzt. In gleicher Weise wird mit der Elektrokauterisation über eine an der Spitze erhitzbare Nadel das Schneiden von Weichgeweben ermöglicht.

Unserer bisherigen Erfahrung nach eignet sich für größere, über dem Hautniveau liegende Neurofibrome durchaus das konventionelle Skalpell/Messer, wobei sich die Narbenbildung je nach Größe des Tumors, dessen Lokalisation und dem stattfindenden Heilungsprozess ausbildet. Eine Vielzahl von Narben blasst nach der Neurofibrom-Entfernung sehr zufriedenstellend ab.
Für die im Hautniveau liegenden Neurofibrome mit starkem Gefäßanteil scheint dagegen die Laserbehandlung besser zu sein, weil diese punktgenau eingesetzt werden kann. Nach einer Operation stellen sich nach Abheilung der Wunde weiße Flecken ein, die das neu entstandene Gewebe zeigen.

Ein Vorteil der Laserbehandlung sind kürzere Operationszeiten, da mit dem Laser eine Vielzahl von Tumoren in einem kürzeren Zeitraum operiert werden können. Dagegen ist der Heilungsprozess länger und die Gefahr der Wundinfektion größer.

Die hier erwähnten Techniken sind darauf ausgerichtet, den lokal bzw. umschrieben sichtbaren Tumor durch eine Schneidetechnik zu entfernen. Ein Einfluss auf die nicht behandelte Haut wird dabei nicht ausgeübt. Das neuerliche Wachstum sowohl in nicht behandelten Regionen als auch in solchen, in denen Neurofibrome entfernt wurden, wird durch diese "operativen" Techniken nicht verhindert. Für einzelne Patienten ist es sinnvoll, die verschiedenen Techniken vor einer geplanten Operation vieler Tumoren an einigen Neurofibromen überprüfen zu lassen, um das zu erwartende Ergebnis abschätzen zu können.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Victor-Felix Mautner Prof. Dr. Victor-Felix Mautner

Bundesverband Neurofibromatose
Martinistraße 52 / Haus O54
20246 Hamburg

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